Ein Wander-Sonntag wie gemalt

Rund 1.500 Wanderfreunde machten sich am Crumbacher Wandertag auf den Weg durchs Sagenland.

Das Herbstlaub, rot, grün, gelb und orange, wirkte wie bunte in die Landschaft gepinselte Kleckse. Die Sonne sorgte für die gelbe-orange Grundierung des farbenfrohen Gemäldes. Die leichte Brise zauberte bewegte Unschärfe ins Bild und die Menschen, Groß und Klein aus nah und fern, zogen den interessierten Blick des Betrachters dieses Meisterwerks auf sich. Ja, in Crumbach war Wandertag und weit über Tausend Menschen machten sich auf den knapp 20 Kilometer langen Weg durch das Rodensteiner Land rund um die sagenhafte Burgruine. Gestartet wurde zwischen 9 und 12 Uhr an der Wanderhütte in Dorfmitte, wo charmante Damen Proviant und Wanderkarten verteilten und der Junker Hans in eiserner Rüstung die Wandersleut‘ ganz persönlich begrüßte.

Erste Station auf dem Wandergemälde war das Hofgut Dritsch. Hier ließ es sich schon mal nach den ersten paar Hundert Metern gut sitzen und ausruhen. Erfrischende Getränke, belegte Brötchen und knuspriges Laugengebäck sorgten dafür, dass der Körper wieder zu Kräften kam. Sodann ging’s weiter zur Blasmusik aufs Hofgut Rodenstein. Das war ein Gewimmel und Geproste, obwohl einige doch auf ihr frische Gezapftes und die Bratwurst warten mussten. Mit dieser Riesenschar an Naturfreunden konnte trotz des guten Wetters doch keiner rechnen. Der Service legte nochmal einen Gang zu und schon waren die meisten wieder bester Laune. Auch die Blasmusiker der Trachtenkapelle Michelstadt spielten gleich einen Takt schneller und fröhlicher als sie ihr Bier hatten. Die Kräuterhexen Katja und Monika bereiteten zusammen mit ihrem Gehilfen Peter den Hofgut-Gästen einen wilden Empfang. Günter Horn, Vorsitzender des Wirtschafts- und Verkehrsvereins und Veranstalter des Wandertags, zeigte sich erfreut von diesem „Wandertags-Ansturm“: „Das ist eine tolle Sache heute und irgendwie hab ich  das Gefühl, dass alle hier glücklich sind!“, sprach’s und machte sich auf den Weg zur Buchwaldhütte, hoch oben im Wald.

Nach einem längeren Aufstieg zur Buchwaldhütte erwartete die Gäste eine gemütliche Runde am schattigen buchenbestandenen Kreuzweg. Hier gab’s eine deftige Suppe mit Wurst sowie Erfrischendes und Saftiges als Wegzehrung für die Abschlussroute zum Hof Schleiersbach. Im romantischen Schleiersbach ließ es sich dann noch bei Kaffee und Kuchen sowie bei den Geschichten der „Agnes von Rodenstein“ wunderbar verweilen. Komplettiert wurde das Wandergemälde dann noch von vielen Gästen mit einem Besuch einer der Crumbacher Gasthöfe in Dorfmitte. Wahrhaftig ein barockes Gemälde!

 

Bericht im Odenwälder Echo