Hundehalter in der Pflicht

27. Oktober 2017 

Oberster Grundsatz der in Hessen geltenden HundeVO ist: „Alle Hunde sind so zu halten und zu führen, dass von ihnen keine Gefahr für Leben oder Gesundheit von Menschen oder Tieren ausgeht“.

In den letzten Monaten wurde dieser Grundsatz von manchen Hundehaltern schwer vernachlässigt. In der Flur „Herberig“ (zwischen „Hexenberg“ und „Schützenhaus“) wurden Rehe zu Tode gehetzt. Hierbei handelt es sich um kein Kavaliersdelikt, sondern um eine Straftat. Grundstückseigentümer und Jagdpächter haben diese Vorfälle sowohl bei der Polizei als auch beim Ordnungsamt der Gemeinde zur Anzeige gebracht. Leider passiert es immer wieder: freilaufende, unkontrollierte Hunde sind im Wald und auf Wiesen unterwegs. Ohne Einwirkungsmöglichkeit von Frauchen oder Herrchen stöbern sie Wild auf und hetzen diese Tiere oder reißen sie gar im Extremfall. Hinweise über wildernde Hunde nimmt das Ordnungsamt unter 06164-9303-70 entgegen.

 

Neben der Hess. HundeVO regelt auch das Hessische Jagdgesetz eindeutig, dass es verboten ist, Hunde in einem Jagdbezirk unbeaufsichtigt laufen zu lassen. Der „Jagdtrieb“ des Hundes kann schnell zur Gefahr für die wildlebenden Tiere werden. Bei dem letzten angezeigten Vorfall musste das Reh durch den Jagdpächter von seinen Leiden erlöst werden. Neben zahlreichen Blutergüssen wurde auch ein Bissabdruck, der eindeutig einem Hund zugeordnet werden konnte, festgestellt.

Diese Vorfälle geben Anlass, Hundehalterinnen und Hundehalter auf einige Pflichten gemäß § 1 der Gefahrenabwehrverordnung über das Halten und Führen von Hunden (HundeVO) des Landes Hessen hinzuweisen:

  1. Hunde so zu halten und zu führen, dass von ihnen keine Gefahr für Leben oder Gesundheit von Menschen oder Tieren ausgeht. Sie dürfen außerhalb des eingefriedeten Besitztums der Halterin oder des Halters nicht unbeaufsichtigt laufen gelassen werden.
  2. Wer außerhalb des eingefriedeten Besitztums der Halterin oder des Halters einen Hund führt oder laufen lässt, hat diesem ein Halsband anzulegen, auf dem oder an dem Name und Anschrift der Halterin oder des Halters anzugeben sind.
  3. Gefährliche Hunde darf nur halten, wem eine Erlaubnis durch die zuständige Behörde erteilt worden ist.
  4. Die zuständige Behörde kann jedermann das Halten und Führen eines bestimmten Hundes dauerhaft untersagen, wenn Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass davon eine Gefahr für Leben oder Gesundheit von Menschen oder Tieren ausgeht.

     

Ordnungswidrig im Sinne des § 77 Abs. 1 des Hessischen Gesetzes über die öffentliche Sicherheit und Ordnung handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig

  1. entgegen § 1 Abs. 1 Satz 2 einen Hund außerhalb des eingefriedeten Besitztums der  Halterin oder des Halters unbeaufsichtigt laufen lässt,
  2. entgegen § 1 Abs. 2 einen Hund außerhalb des eingefriedeten Besitztums ohne das vorgeschriebene Halsband führt oder laufen lässt,
  3. entgegen § 1 Abs. 3 einen gefährlichen Hund ohne Erlaubnis hält,
  4. entgegen § 1 Abs. 4 einer vollziehbaren Untersagung nicht nachkommt,

 

Wer gegen die vorstehenden Bestimmungen verstößt, handelt ordnungswidrig. Diese Ordnungswidrigkeit kann mit Geldbuße von bis zu 5000,00 Euro geahndet werden.

Eine derzeitige Leinenpflicht für Hunde gibt es in Fränkisch-Crumbach gemäß Satzung über die Anleinpflicht von Hunden in der Flur nur in der Zeit vom 01. März bis zum 15. Juni (Brut- und Setzzeit). Die „Gefahrenabwehrverordnung über das Halten und Führen von Hunden“ (kurz: HundeVO) schreibt allerdings vor, dass Hunde, die bei öffentlichen Versammlungen, Aufzügen, Volksfesten, Märkten, Messen oder sonstigen Veranstaltungen mit Menschenansammlungen sowie in Gaststätten und in öffentlichen Verkehrsmitteln mitgeführt werden, anzuleinen sind.