Vernissage mit Martha Bokler

Seit rund sieben Jahren, seit dem Amtseintritt von Bürgermeister Eric Engels, findet im Crumbacher Rathaus im halbjährlichen Wechsel eine Ausstellung lokaler Künstler statt.  Als „Jüngste all unserer Ausstellerinnen“ so der RAthauschef bei der Eröffnung am  Donnerstag, setzt Martha Bokler nun diese Veranstaltungsreihe, die unter dem Motto:  „Eine halbe Stunde mit...“ fort. Zahlreiche Besucher waren gekommen und zeigten sich sowohl von der erst 16 Jahre jungen Künstlerin als auch von ihren Arbeiten beeindruckt. Mit viel Charme und erfrischender Offenheit stellte sich die Schülerin zunächst selbst vor, und beantwortet dann Fragen aus dem Publikum.

Sie hat schon früh angefangen, zu malen, berichtet sie, und ein paar ihrer ersten Werke hat sie auch mitgebracht – weil die Oma diese gerettet hatte. Sie malt in Aquarell, weil der Opa ihr einen entsprechenden Malkasten geschenkt hatte. Es gefällt ihr aber auch gut, wenn die Farben ineinander laufen. Eine spezielle Ausbildung oder Förderung ihres Maltalents außerhalb des Hauses hat sie nie erfahren. Den Kunstunterricht in der Schule empfindet sie als eher langweilig. Aus der puren Vorstellungskraft heraus schafft sie ausdrucksvolle Porträts und versucht, den Betrachter neugierig zu machen auf das, was sich dahinter verbirgt. In den meisten Fällen gibt es die dargestellten Personen aber nicht. „Die entstehen von alleine, wenn ich erst einmal mit dem Malen angefangen habe“, meint sie. Fotos oder andere Vorlagen braucht sie dazu nicht.

Fertige Bilder hat sie mittlerweile zuhauf im Haus ihrer Eltern, oder auch ihrer Großeltern, die in Rheinland-Pfalz leben, zur Eröffnung der ersten Ausstellung der Enkelin aber angereist waren. Und wenn nun jemand käme und eines der Bilder kaufen wollte? „Dann sag ich ja“, meint sie pragmatisch. Ob sie aus der Malerei aber mal einen Beruf machen will, wagt sie noch nicht zu sagen. „Ich will nicht gern verkaufen müssen, um zu überleben“, weiß sie schon jetzt. Schließlich hat sie noch andere Begabungen: Reiten, oder Fremdsprachen beispielsweise.

Bei seiner Idee, den langen Rathausflur und das Sitzungszimmer mit Werken Crumbacher Künstler zu schmücken, wurde der Crumbacher Bürgermeister von Anfang an tatkräftig unterstützt von dem ortsansässigen Künstler Mitsch Schulz, „der es tatsächlich geschafft hat, alle sechs Monate einen weiteren Kunstschaffenden aus dem Ort ausfindig zu machen“. Ausdrücklich lobte der Verwaltungschef zudem die freiwillige Präsenz mehrerer Gemeindeangestellten, die die Besucher mit Getränken versorgten.

Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten des Rathauses besucht werden, also Montag, Dienstag und Freitag vormittags ab 7.30 Uhr. Donnerstags ist darüber hinaus auch nachmittags von 13 bis 18 Uhr geöffnet.

Text und Bild: Kirsten Sundermann

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