Die Saroltakapelle

Wer im Jahr 2000 auf der Bahnhofstraße Richtung Ortsmitte von Fränkisch-Crumbach fuhr, sah am Ortseingang rechts einen verwilderten Park, in dem man schemenhaft beim langsamen Fahren die Silhouette einer Kapelle erahnen konnte. Man fuhr vorbei, und schon war der Anblick vergessen. Der Park war der Öffentlichkeit unzugänglich und erweckte kaum Interesse.

Heute hat sich dies grundlegend geändert. Der Park präsentiert sich als gepflegte Anlage mit einer stolz thronenden Kapelle, der Saroltakapelle, die mittlerweile nicht nur die Aufmerksamkeit und Anerkennung der Crumbacher Bürgerinnen und Bürger findet, sondern auch der gesamten Region.

  • 1866

    Der Kapellenbau ging ursprünglich auf eine Initiative des Mainzer Bischofs Wilhelm Emmanuel von Ketteler (1811-1877) zurück. Im Odenwald gab es damals nur wenige katholische Pfarreien.Er regte an, in Fränkisch-Crumbach eine Kapelle und eine Kinderschule zu errichten, und schrieb deshalb an Adolph Freiherr von Gemmingen-Hornberg.

  • 1888
    Adolph Freiherr von Gemmingen-Hornberg wohnt zu jener Zeit mit seiner Frau, der Gräfin Sarolta, im Herrenhaus in der Ortsmitte von Fränkisch-Crumbach. Zur Familie gehören die Töchter Ernestine (stehend im Bild) und Franziska (kniend).
  • 1892
    Adolph Freiherr von Gemmingen-Hornberg veranlasst den Bau einer Kapelle mit Mausoleum für seine im selben Jahr verstorbene Frau Sarolta. Der Grundstein wird gelegt für eine neoromanisch-byzanthinische Basilika im Schlosspark.
  • 1892

    Sarolta Reichs-Freifrau von Gemmingen-Hornberg geborene Reichsgräfin Batthyány von Németh-Ujvár, wird in der Gruft beigesetzt und damit zur Namensgeberin der "Saroltakapelle". An sie erinnern in Fränkisch-Crumbach bis heute auch die Saroltastraße und die Sarolta-Kindertagesstätte.

  • 1914
    In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts führten regelmäßig die Prozessionen an Fronleichnam durch den Schlosspark bis zur Kapelle - eine Besonderheit in dem weitgehend protestantisch geprägten Odenwald.
  • 2000

    Engagierte Bürger wecken das fast zugewachsene Gebäude aus seinem Dornröschenschlaf. Sie gründen den Verien "Crumbacher Denk-Mal!" und nehmen ein jahrelanges Sanierungsprojekt in Angriff.

  • 2001

    Seinerzeit stand das Gebäude nicht wie heute frei einsehbar, sondern war von dichtem Grün umwachsen. Zu den allerersten Werkzeugen bei dem Sanierungsprojekt gehörte deshalb die Kettensäge.

  • 2002
    Dach, Fenster, Fußböden - alles musste fachmännisch und mit Sorgfalt im historischen Detail restauriert werden. Bis heute sind über 180.000 Euro in das Projekt geflossen, vorwiegend finanziert aus Spenden und dem Erlös aus Veranstaltungen. Darüber hinaus geleistete ehrenamtliche Abeitsstunden: ungezählt.
  • 2004
    ZU den zahlreichen Details, die es fachgerecht zu erneuern galt, gehörten zum Beispiel die bunten Ornamentfenster.
  • 2003
    Der Initiator der Restaurierung und Mitgründer des Vereins "Crumbacher Denk-Mal!", Werner Grimm (2. v. l.), und Bürgermeister Gerhard Maser (Mitte) nehmen für die erfolgreiche Arbeit den Hessischen Denkmalschutzpreis in Empfang.
  • 2008
    Die Prozession an Fronleichnam führt wieder durch den Schlosspark um die Kapelle.
  • 2012
    Die Saroltakapelle ist regelmäßig Schauplatz gern besuchter Veranstaltungen und öffnet jedes Jahr auch am Crumbacher Muschelfest.
  • 2016

    Erstmals in der Neuzeit findet wieder eine feierliche Hubertusmesse auf dem Freigelände vor der Saroltakapelle statt, veranstaltet zusammen mit der Hegemeinschaft Reichelsheim und musikalisch umrahmt von der Jagdhornbläsergruppe "Goldener Grund" aus Bad Camberg.

  • 2017
    Für Hochzeiten und Taufen bildet die Saroltakapelle immer wieder einen einzigartigen Rahmen.