Verbandskläranlage öffnet ihre Tore

Bei strahlendem Sonnenschein und bester Stimmung wurde das Jubiläum der Gründung des Abwasserverbandes Obere Gersprenz gefeiert. Zum Auftakt der Veranstaltung ließ der Brensbacher Bürgermeister Rainer Müller bei seiner Eröffnungsrede die letzten vierzig Jahre Revue passieren. Unterstützt von seinen Vorgängern Willi Riedel (1972–1997) und Hans-Georg Stosiek (1997–2014) erzählte er über die Gründung des Abwasserverbandes Obere Gersprenz im Jahr 1978 und der schrittweisen Weiterentwicklung der Anlage seit der Inbetriebnahme 1985, bis zu dem heutigen Stand und den Herausforderungen der Zukunft.

Der kostenlose Busservice und der gut ausgeschilderte Fuß- und Radweg wurden gerne genutzt. Die Besucher konnten sich frei über die Anlage bewegen und die wichtigsten Informationen anhand der liebevoll gestalteten Informationstafeln erfahren. Die angebotenen Führungen wurden hervorragenden angenommen und interessiert verfolgt. Dabei wurde der Fließweg des Wassers durch die Anlage abgelaufen und die Funktionsweise der einzelnen Anlagenteile erläutert.

Besondere Aufmerksamkeit fanden die Fragen der Besucher. Aufklärungsbedarf gab es vor allem bei der Befürchtung, die Kläranlage würde ungereinigtes Abwasser in die Gersprenz einleiten. Diese konnte als unbegründet wiederlegt werden. Die Anlage verfügt über große Stauflächen und kann auch Starkregenereignisse problemlos bewerkstelligen. Festzustellen ist, dass sich zu dem Thema Spurenstoffe im Abwasser eine positive Bewusstseinsänderung vollzogen hat. Viele Mitbürger zeigten sich besorgt über Mikroplastik und Arzneimittelrückstände im Abwasser. Es wird empfohlen auf die persönliche Vermeidung und Verminderung dieser kritischen Stoffe im Alltag zu achten. Ebenso wurde darauf hingewiesen, an welchen Anlagenteilen vermeidbare Probleme durch sorglos über den Abfluss entsorgte, nicht abbaubare Feuchttücher, Wattestäbchen und Hygieneartikel entstehen.

Die Bewirtung für die Stärkung zwischendurch und das gesellige Beisammensein übernahm die Freiwillige Feuerwehr Brensbach. Und auch für die kleinen Besucher gab es viel zu sehen. Neben einer Schnitzeljagt über die gesamte Anlage und einer Malstation, gab es zwei große Einsatzfahrzeugen der Firma Kanal Müller zu entdecken.

 

Bericht im Odenwälder Echo